Dienstag, 15. November 2011

13.10.- 16.10.2011: Xi'an - Terrakotta Armee in der Seidenstrassenmetropole

In Peking steigen wir in den Nachtzug nach Xi'an. Der erste so richtige, chinesische Zug. Sehr modern, mit Doppeldecker-Waggons, die sich aber leider als deutlich unbequemer als die rumpeligen russischen Züge herausstellen. Die Betten sind kleiner, kaum Stauraum für Gepäck (dass man Gepäck hätte aufgeben können offenbart sich uns zu spät) und wenig Kopffreiheit bei den oberen Betten, die wir natürlich erwischt haben. Persönliches Pech hatten wir noch mit einer hyperaktiven Klimaanlage, die uns beiden eine fette Erkältung eingebracht hat sowie einem laut-sägenden Schnarcher als Abteil-Mitbewohner.



Der Erholungsgrad nach 14 Stunden Fahrt ist überschaubar. Sehr angenehm ist es, dass unser Hostel einen Pick-Up Service am Bahnhof anbietet und wir uns nicht auf eine Schnitzeljagd auf der Suche nach dem Hostel aufmachen müssen. Das Hostel ist sehr schön, mit Bar und Dachterrasse, das Zimmer ist Top - definitiv bietet China hier das beste Preis-Leistungsverhältnis. Der Standard von sogenannten Jugendherbergen ist hier auf dem Nivau von heimischen 3 Sterne Hotels. Das scheinen nicht nur wir registriert zu haben, nein, bei einem Blick über das Publikum in der Bar haben wir das Gefühl, in unserem nicht mehr ganz taufrischen Alter durchaus die Jugend zu repräsentieren. 50 und 60 Jährige junggebliebene Welteroberer tummeln sich hier bester Laune.

Von der Zugfahrt etwas angeschlagen, machen wir uns erst später auf und bewundern den Drum- und Belltower und ziehen durch die kleinen Gassen des Moslem Viertels, wo wir noch das 'alte China' finden. Aber auch jede Menge toller Touristen-Shops voller 'Fakes' und sonstigem Nippes (Look, look - cheap price for you, my friend) auch viele kulinarische Highlights, zumindest fürs Auge, kann man hier finden.

Drum & Bell Tower





Moslemic Quarter:







Nach einer weiteren Mütze Schlaf, machen wir uns auf, um die Terracotta Warriors zu bewundern.
Das mit korrektem Namen Mausoleum Qín Shǐhuángdìs ist eine frühchinesische Grabanlage aus dem Jahre
210 v. Chr., welche für den ersten chinesischen Kaiser Qín Shǐhuángdìerbaut wurde. Es ist einer der größten Grabbauten weltweit und weltberühmt für seine Soldatenfiguren, die Terrakottaarmee. Wissenschaftler und Archäologen mutmaßen, dass über 700.000 Arbeiter an der Errichtung beteiligt waren.


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Many. many tourists



 Unser Guide mit Wasserfall-Englisch (kaum was verstanden)

Je höher sich die Schuhe vorne hochbiegen, desto höher der soziale Rang des Kriegers.


Über 8000 Ton-Soldaten wurden bis jetzt gefunden, ein überwätligender Anblick, denn keiner ist wie der andere, jedes Gesicht ist anders, jedes Detail der Kleidung haargenau erkennbar. Wirklich sehr beeindruckend. Was muss das für ein Erlebnis für die Bauern gewesen sein, die beim Versuch einen neuen Brunnen zu buddeln, 1974 auf diese unzähligen Grabbeilagen stiessen.

Sonst gibt es in Xi'an nicht viel zu tun. Auch Xi'an ist sehr angenehm, mit vielen Parks, einer schönen Stadtmauer, vielen Elektrorollern und überfüllten Bussen.






Zeugnisse der alten Blütezeit der Seidenstrassenstadt sind kaum zu finden. Vielleicht haben sich deshalb Moslems hier niedergelassen? Vielleicht. Allein an der Stadtmauer finden wir eine Art Denkmal, bestehend aus einigen Kamelen, die an eine Karawane auf der Seidenstrasse erinnern. Erklärende Schilder gab es allerdings nur auf Chinesisch, deshalb wissen wir nicht, wen die Figuren, die aussehen wie die 7 Zwerge, darstellen sollen.



Die Erkältung von der Zugfahrt noch in den Knochen, beschliessen wir die Reise nach Nanjing etwas abzukürzen und nun doch endlich einfach mal zu fliegen. Ja, langweilig! Aber eine weitere Nacht mit Schnarchen und arktischer Klimaanlage muss jetzt echt nicht sein.


Mittwoch, 2. November 2011

6.10.- 12.10.2011: Beijing - das Zentrum im 21. Jahrhundert?

Und wieder steigen wir in den Zug, diesmal von Ulan-Bator nach Bejing. Nachdem wir erfolgreich an ein Ticket gekommen sind, was nicht jedem unserer neuen Reisebekannschaften so einfach gelungen ist, staunen wir über die schlabbrige Fahrkarte, die neben Mongolisch auch in Deutsch ausgestellt ist. Die Ursache hierfür haben wir nicht rausbekommen - wenn jemand einen Tipp hat - wir freuen uns über sachdienliche Hinweise.



Die 30 stündige Zugfahrt nach Beijing entpuppte sich als sehr kurzweilig. Als "Zellengenossen" haben wir ein Paar, ebenfalls auf grosser Tour. Sie Südafrikanerin, er Neuseeländer, der einge Winter seines Lebens in Kirchdorf/Tirol als "Skiwachser" verbracht hat. Sein Tirolerisch war zwar ein wenig "rosty", dafür waren seine Kenntnisse der holländischen Apres Ski Hits umso ausgeprägter. Nach einigen Fahr-Bieren waren auch wir zumindest textsicher. (Was bei den meisten Texten keine Auszeichnung ist: "McDonalds, McDonalds, Kentucky Fried Chicken and the Pizza Hut"...)



Eine erste Demonstration chinesischen Technologiefortschritts erwartete uns am Grenzübergang. Da die mongolische und chinesische Eisenbahn verschiedene Spurbreiten verwenden, ist eine Weiterfahrt mit dem Zug nicht ohne Weiteres möglich. Was macht der Chinese? Er hebt mal eben den gesamten Zug hydralisch an, schiebt die wohl sowjetisch-geprägten Achsen raus, schiebt neue chinesische rein, Zug wieder runter - und fertig!







In Beijing angekommen müssen wir uns zunächst einmal orientieren: Unverständliche Sprache, unentzifferbare Schriftzeichen (Auf die grosse Erhellung durch 4 Monate Volkshochschulkurs Chinesisch hat Elke umsonst gewartet) und neues Geld. Letzteres erhalten wir wie üblich am Geldautomaten, hier neu-chinesisch ATM genannt. Als erste Investition erstehen wir beim offiziellen Tourismusbüro einen Stadtplan. Warum diese ausführliche Schilderung? Weil das Wechselgeld, dass wir in der Tourist Information erhalten sich als Falschgeld entpuppt. Toller Beginn: Erste Kauftransaktion - gleich mal reingelegt. Aber im Punkto 'Fake' ist China eben unschlagbar.

Die Fahrt mit der Metro zu unserer Unterkunft ist erstaunlich einfach. Die Strassen und Haltestellen sind auch in Englisch bzw. 'Pingyin' beschriftet, so dass wir die Namen mit unserem Stadtplan abgleichen können und auf einem elektronischen Metroplan erfährt man per Leuchtdiode stets wo man sich befindet. Easy.
Erwähneswert noch: Jedes Gepäckstück, das ein Fahrgastes dieser Multi-Millionenstadt mitnehmen möchte, wird vor der Fahrt in einem Security Check gescannt. Sicher ist sicher, aber ein wenig Geduld braucht man schon.

Am nächsten Morgen nimmt uns Ying, eine chinesische Freundin von Elkes Tante aus Kalifornien, unter ihre Fittiche. So haben wir das Glück Beijing in den nächsten Tagen aus original chinesischer Hand kennenzulernen: The Great Wall, die verbotene Stadt, das Olympiastadium, der Sommerpalast - unterbrochen durch neue kulinarische Erfahrungen wie Lunch bei einer chinesisches Fast Food Kette Namens 'Kung Fu', wo Holgers Essen so scharf war, dass er verweigert hat oder einen traditionellen Hot Pot, eine Art Fondue auf Suppenbasis, bei dem hauchdünn geschnittenes Fleisch und Gemüse (inkl. grüner Salat)  in das kochende Süppchen geworfen werden und dazu warmes Wasser getrunken wird. Irre gesund. 
Dazu lernen wir, wie man Bus fährt, was deutlich schwieriger als Metro fahren ist, da alles rein chinesisch gehalten ist. Ohne Ying hätten wir uns das nie getraut, und wir sind total begeistert, dass wir nicht verloren gegangen zu sein.

Great Wall:




Olympiastadion Birds Nest:



Forbidden City








Sommerpalast:




Erschöpft, aber dankbar, sinken wir jeweils nach dem enggeknüpften Sightseeing Tag ins Bett. Dennoch versperrt es uns nicht den Blick was um uns herum geschieht:
Hier entsteht ein Riese!! China, zumindest was wir bislang davon gesehen haben, besticht durch Modernität - alles scheint durchdacht wie auch kontrolliert und dennoch wird alles mit ungeheuerer Kraft, Willen, Schnelligkeit und Effizienz umgesetzt, gepaart mit einem erstarkten Selbstbewusstsein. So müssen wir erfahren, dass die USA und Europa nur noch Dank China bestehen und dass Audi eh schon chinesisch ist.  Aha!
Eröffnet wurde uns das, als wir eine Flotte Funktionäre in schwarzen Audis zu einer Sitzung haben fahren sehen, wofür auch gern gleich die ganze Strasse vor dem Tian An Men Square gesperrt wurde. Audi ist hier auch besonders wichtig, da sämtliche Funktionäre der kommunistischen Partei mit einem Audi A6 Langversion herumgefahren werden und der Funktionär ist hier Vorbild und Berufswunsch Nr.1. Holger hat das schwer beeindruckt und hat versucht hat die Flotte Audis zu Fotografieren, wurde aber von einem Polizist recht forsch fort geschickt. Ying versuchte unser Interesse durch unsere deutsche Herkunft zu erklären, worauf hin der Gesetzeshüter entgegnete, dass Audi nur durch die hohe Abnahme durch China existiert. Nach Saab und Volvo nun auch Audi in chinesischer Hand?




Die ökonomisch Rolle von China in der Weltwirtschaft wird zunehmend dominater, die Wirtschaftskraft dieses Riesenlandes, mit einer Milliarden-Bevölkerung, vielen Bodenschätzen und einer, sagen wir mal, durchsetzungsstarken, da oppositonsfreien und nicht auf Wiederwahl bedachten Regierung, die auf niemenden Rücksicht nehmen muss, ist für uns deutlich spürbar. Da ist es zu befürchten, dass ein Wechsel der Leitkulturen stattfindet...

Aber zurück zu den kulinarischen Highlights. Nachdem uns Ying mal gezeigt hat, wo ein 'echter' Chinese zum essen hingeht, haben wir selbt ein paar Touristen-Erfahrungen gesammelt.
Am ersten Tag in Peking war Holger kaum zu halten, als er endlich wieder einen McDonalds sieht, Seit Moskau der erste, aber nicht der letzte, denn in China scheint es an jeder Ecke einen McDonalds, KFK oder Pizza Hut zu geben. Nachdem Holger in der Mongolei festgestellt hat, dass er Dank diverser Probleme mit dem Essen in den Stan's 6 Kilo abgenommen hat, gibt es gleich das Maxi Big Mac Menu, das übrigens auch in China ganz genauso schmeckt, wie zu Hause.




Was darf natürlich auch nicht fehlen, wenn man als Touri in Peking ist? Na klar, die Peking Ente. Die verspeisen wir eines Abends zusammen mit unseren Reise-Bekanntschaften aus der Mongolei.





Von anderen Köstlichkeiten, die wir auf einem Nachtmarkt entdecken, halten wir lieber Abstand. Oder hat von Euch schon mal jemand einen frittierten Skorpion gekostet?







Netter Zufall: Franziska, Elke's Schulfreundin, die seit fast 3 Jahren in Nanjing lebt, hat beruflich in Peking zu tun und wir können uns schon früher als geplant mit Ihr und dem kleinen Constantin treffen. Leider hatte die Currywurstbude zu.




Weiter planen wir die Weiterreise nach Xi'an, eine wichtige Station der Seidenstrasse und Heimat der Terrakotta Armee. Davon mehr beim nächsten mal.

Montag, 17. Oktober 2011

29.09.-5.10.2011: Schnee, Klöster und 'Many, Many Toilets' im Nordwesten der Mongolei

Nach unserer Gobi Tour, brauchen wir erstmal einen Tag ohne Autofahrschaukelei, um einen klaren Gedanken fassen zu können, was wir als nächstes in der Mongolei besichtigen wollen. Wir hören von einem "Eagle Festival" ganz im Westen, im Altai Gebirge, das an Russland und Kasachstan grenzt, verwerfen aber die Idee, als wir den Preis für eine Tour samt Flugticket dorthin in Erfahrung bringen. Nach einigem Hin und Her und dem einen oder anderen "Chinggis" Bier im westlichen "Cafe Amsterdam", entscheiden wir uns für eine Tour durch den Nordwesten der Mongolei, wo einige Klöster zu bestaunen sind. Da uns die Gobi Tour sensationell gut gefallen hat, fällt uns die Entscheidung besonders leicht, als wir erfahren, dass die Tour vom gleichen Fahrer (Baira) & Guide (Muggi) Team begleitet wird. Auch der Amerikaner Max ist wieder dabei, neu kommt dazu eine Französisch-Kanadierin.

Der Fahrer freut sich augenscheinlich, als er uns am Morgen des Tourstarts wiedersieht, begrüsst uns freudig mit unseren 'einmongolisierten' Namen "Hoggi" und "Eggi" (der mitreisende Amerikaner Max wurde zu "Maggi") und vergibt uns mit einem herzlichen Lachen das Kompliment "You good tourist!". Daraufhin läd er uns ein, eine Nacht in seinem Haus im Norden der Mongolei zu verbringen, das praktischerweise ungefähr auf der geplanten Strecke liegt, damit wir seine Frau und Kinder kennenlernen. Nachdem wir auf der Gobi Tour bereits Muggis Mutter besuchen durften, freuen wir uns sehr nun noch mehr Einblicke in die mongolische Kultur im heutigen Alltag zu bekommen, die nicht jeder Tourist so einfach bekommt.

Wir brechen auf und wir sind ein wenig verunsichert, als wir die geschlossene Schneedecke ausserhalb von Ulan Bator realisieren. Hmm, das werden kalte Jurten-Nächte...



Mittags halten wir in einer Raststätte und essen eine Suppe. Der Sud und die wenigen Stücke Karotte und Kartoffel sind essbar, den verbleibenden Berg Fleisch mit ca. 70% Fettanteil lasse ich lieber liegen. (Liebe Vegetatier und Veganer - jetzt bitte wegschauen...)


Abends erreichen wir das Kloster "Amarbayasgalant Khiid" im Norden von Ulan Bator. Wir beziehen eine frostige Jurte im Schnee und besichtigen schonmal 'Buddhas Eyes', eine Statue die oberhalb des eigentlichen Klosters errichtet wurde.

kalt...





Am nächsten morgen dürfen wir ins Kloster und einer Zeremonie beiwohnen. Sehr beeindruckend, allerdings halten wir nicht die vollen 4 Stunden durch, da der Gebetssingsang bereits nach 10 Minuten eine deutliche Redundanz in unseren Ohren entwickelt hat.








Weiter geht es Richtung Osten nach Bulgan, wo unser Faher Baira samt Familie uns in seinem Haus willkommen heisst. Das Haus sieht von aussen wie ein richtiges Haus aus, von innen ist es auch sehr gemuetlich mit Teppichen an den Wänden, ein Bad sucht man aber auch hier vergebens. Da muss dann doch ein Plumsklo im Garten herhalten, Geruchsnote inklusive.



Nachdem wir reichlich Nudeln mit Kartoffeln (zählt hier als Gemüse) und Fleisch gegessen haben, packt Baira eine der teuersten Flaschen Wodka aus, die wir in mongolischen Supermärkten bislang gesehen haben ('Chinggis Gold') und als 'good tourists' gibt es auch keine Entschuldigung, das Glas muss gelehrt werden. Ja, nur ein Glass, dass jeweils vom Gastgeber aufgefüllt und an einen Gast gereicht wird. Hat dieser mit einem fröhlichen 'Gambai'-Ruf das Glas gelehrt, wird das gleiche Glas wieder aufgefüllt und zum nächsten Gast (inkl. Bairas Frau) gereicht. Man kann es sich schon denken, dass Spiel geht, bis sich die Flasche vollends geleert hat und dann packen die 'good tourists' noch ihre Wodka Vorräte aus (mit deutlich sinkender Qualität), bis alle (bis auf die 3 jährige Tochter, die lieber mit der Katze spielt) einen leicht glasigen Blick aufweisen. Baira und seine Frau schleppen plötzlich traditionelle mongolische Kleidung an und nicht nur sie posieren für uns,  zusammen mit dem 16 jährigen Sohn, der grad erst nach Hause kommt, nein auch der 'good tourist' darf sich mal als fast richtiger Mongole fühlen.



Baira mit Familie


(Wodka)-Hoggi, Baira, Maggi


Mit schwerem Kopf geht es am nächsten Morgen weiter, entlang dem Orkhon River durch eine wunderschöne Winterlandschaft. 








Abends sind wir irgenwo im nirgendwo. Ob das so geplant war, oder wir uns doch einfach ein bisschen verfahren haben, was bei der erschwerten Orientierung bei Schnee und mit Wodkaschädel nicht verwunderlich wäre, werden wir wohl nie erfahren. Wir haben nun ein weiteres sehr ursprüngliches Erlebnis, als wir die Nacht bei einer Nomadenfamilie verbringen, die nicht auf Tourismus eingestellt sind. Wir sind wohl in der Tat die ersten Touristen, die bei dieser Familie unterkommen. Zur Begrüssung kommen auch gleich die Nachbarn aus der Jurte nebenan vorbei und als Zeichen der Gastfreundschaft gibt es keinen Wodka (Gott sei Dank), sondern für jeden einen vollen Becher vergorener Stutenmilch (Arg, Wodka wäre sicher das kleinere Übel...), dazu lecker Kamelkäse.
Weil es so gemütlich ist, werden noch Zigaretten gedreht und der Fernsehr angemacht, der dank Solar-Panel und Satelliten-Schüssel ein wunderbar verschneites schwarz-weiss Bild der englischen Premier-League (live!) auf den Bildschirm zaubert. (Holger ist begeistert. Da schmeckt die vergorene Stutenmilch gleich gar nicht mehr so schlimm und der Humpen ist fix gelehrt).
Geschwächt vom Vorabend, lege ich mich schonmal schlafen, d.h. auf den Fussboden vor den (noch eine Weile laufenden) Fernseher, schlafen vor Publikum quasi, und wir verbringen zu 8 die ziemlich eisige Nacht in der Jurte.




Links ist die Jurte, in der wir übernachten durften. Das zwischen dieser und der Nachbarjurte stehende Häuschen ist keine Toilette, sondern ein Stall oder sowas. Auf die Frage nach einer Toilette kommen wir von Baira, der in die ewige Weite Mongolias zeigt, die typische Antwort "Toilet? Many, many!!!".

Many, many toilets...?!?

Etwas angestrengt durch die etwas unkomfortable Nacht, aber recht selig so 'echte' Einblicke in die mongolische Nomaden-Kultur erhalten zu haben, geht es weiter zu dem Berg-Kloster "Tövkhön Khiid", zu dem wir gute 2 Stunden aufsteigen müssen. Oben angekommen ist der Ausblick atemberaubend.








Natürlich darf auch ein kleiner Ausritt bei einer Reise durch die Mongolei nicht fehlen. Wir machen uns auf zu einem Wasserfall. Diesmal gab es auch keine Missverständnisse mit irgenwelchen Steissbeinen, es war lediglich sau kalt, deshalb sehen wir auch mit all unseren verfügbaren Klamotten am Leib ziemlich mopsig aus.


"I'm a poor lonesome cowboy..."


Finale ist das letzte Kloster 'Erdene Zuu Khiid' bei der alten Hauptstadt 'Kharkhorin' (von der allerdings nicht viel übrig geblieben ist).




Mönch mit Laptoptasche

Besonders gefallen mir die Kacheln an den Klosterdächern:





Nach 6 Tagen ohne Dusche und "many, many Toilets" reicht es uns auch mit den Naturerlebnissen und wir sind froh, als wir gen Ulan Bator aufbrechen. Ein Schauspiel erleben wir noch am Strassenrand. Wir halten, da wir Unmengen von grossen Greifvögeln erblicken.



Der Grund für diese Vogelversammlung liegt im Graben, wo jemand Pferdereste, hier Hufe (den Rest erspare ich Euch), entsorgt hat und so den Aasfressern eine leckere Mahlzeit bereitet hat. Yak...



Endlich in Ulan Bator abgekommen, sind wir wieder sehr froh, dass wir uns ein vernünftiges Hotelzimmer gegönnt haben. Einen Tag entspannen in UB liegt vor uns, dann geht es endlich mal wieder in den Zug, 30 Stunden bis nach Peking, China. Wir sind schon sehr gespannt, was das Land des Lächelns zu bieten hat.