Dienstag, 9. August 2011

1.-3.8.2011: 120 lange Kilometer nach Taschkent


120km in 8h Zugfahrt bei ueber 40 Grad - nicht gerade eine verfuehrerische Option, aber wohl noch die einfachste, um derzeit ueber die Grenze nach Usbekistan zu kommen.

Auch hier hatten wir nette Abteilbegleiter in Form von zwei usbekischen Frauen, die uns mit Haenden und Fuessen erklaerten, wie wir die fuer uns nicht entzifferbare (Russisch fuer Fortgeschrittene) Zollerklaerung auszufuellen haetten. Das war der erste Hinweis auf eine etwas komplizierte Grenzuerbergangsprozedur, die wir noch aus der Zonenzeit kennen: 2h fuer die Ausreise, dann weitere 2h fuer die Einreise, dazu bereits erwaehntes Formular, in dem wir exakt die Summe der eingefuehrten Devisen angeben mussten (aehem, sollten) verbunden mit dem Hinweis eines recht harschen Grenzbeamten, dass dies ein "very important document" sei (zumindest sprach er ein paar Worte Englisch). Nunja - sei es wie es will. Mit einem "Welcome to Tashkent" entliess er uns in unser 6. Reiseland.

Nach einer kurzen Orientierungsphase tauchten wir das erste Mal in die Welt des Schwarzmarkthandels ein. Dazu folgendes: Die hoechste Banknote in Usbekistan sind 1000 Som, was einem Gegenwert von 0,40 USD entspricht. Dadurch ist man gezungen staendig mit dicksten Buendeln von Geldscheinen herumzulaufen.

Die naechste Eigenheit: Der Wechselkurs fuer USD und Euro auf dem Schwarzmarkt ist um bis zu 30% hoeher als die offizielle Rate und da dieses Spiel offentsichtlich jeder betreibt haben wir uns von einem Taxifahrer zu einem Bazaar fahren lassen, um unser erstes Schwarzmarktgeld zu erwerben. Wir hatten zum ersten mal in unserem Leben einen Rucksack voller Geld!





Tashkent erleben wir als durchaus moderne Stadt mit eigener Metro, die versucht die Bausünden "moderner" Sowjetarchitektur, entstanden nach einem schweren Erdbeben 1966, wieder loszuwerden. In der Metro ist fotografieren strengstens verboten - angeblich waren die Schaechte einst als Bunker fuer eine nukleare Katastrophe konstruiert und damit noch immer TOP SECRET.



Auf den Strassen gibt es, neben ein paar uralten Sowiet-Karossen a la Lada, genau 2 Automodelle zu sehen: Entweder neue Daewoo oder Chevy, beide in Lizenz in Usbekistan gebaut. Ausländische Fabrikate zahlen nahezu 100% Importzoll. So hat die nur offiziell demokratische Regierung sozusagen einen "Volkswagen" geschaffen.



Hier noch ein Beispiel fuer ein Auto aus alten Tagen:





Am meisten beeindruckt uns jedoch der alte Bazaar mit einer schieren Reizüberflutung von gehandelten Waren des täglichen Gebrauchs und einer Vielfalt an Gewürzen, die zu einer wahren Geruchsexplosion führen.

                                   





Alte Bauwerke vergangener Epochen suchen wir fast vergebens. So ist es uns nur mit einheimischer Hilfe gelungen 2 "alte", da neu sanierte Mausoleen auf dem Areal der Islamic University zu finden.

Kulinarisch gönnen wir uns ein Besuch in einem italienischen Restaurant, das es hier in der Grossstadt gibt. Die Auswahl zwischen Plov und Schaschlik reizt nicht mehr sonderlich. 

Dienstag, 2. August 2011

27.-31.7.2011: Der lange Weg nach Kasachstan

Dass das angenehme Reisen nun ein Ende hat, wurde uns schnell bewusst:
42 Stunden, das sind zwei Nächte und fast zwei Tage, lange Nächte und Tage, wenn man diese in einem Zugabteil zu viert (oder fünft) verbringt.
Zunächst hat man uns zu einer netten Usbekin mit Sohnemann, die sogar ein paar Brocken Englisch konnten, eingeteilt. Aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen hat die Gemütlichkeit um 2 Uhr morgens ein apruptes Ende gefunden, da wir unsere Pritschen samt Bettzeug räumen und in ein anderes Abteil beordert wurden. Nicht nur diese nächtliche Aktion hat uns mit reichlich Unbehagen erfüllt, auch unsere neuen Abteilskameraden, die uns an entflohene Schwerverbrecher erinnerten, machten die Gesamtsituation nicht besser. Dazu ein nächtlicher 4h dauernder Grenzübergang nach Kazachstan - kurzum, viel geschlafen haben wir nicht.

Aber alles wurde gut. Grenzübergang dennoch problemlos. Wir mussten zwar dem Kasachischen Grenzbeamten ein ca. 15 minütiges Interview geben (Beruf, Ziel der Reise, was soll besichtigt werden, warum wir nicht fliegen, statt uns 2 Tage in einen heißen Zug zu setzen, usw.). Entweder, er wollte unseren Touristische Motivation überprüfen, vor seinen Kollegenmit seinen Englischkentnissen angeben oder ihm war einfach fad. Besonders freundlich war er nicht, insofern waren wir froh, als die Fragerunde endlich abgeschlossen war.

Aber auch unsere Mitreisenden im Knastilook entpuppten sich als ganz umgängliche Zeitgenossen, die sich ausschliesslich von Tee, Sonnenblumenkernen und Dosenmilch mit trocken Brot ernährten.



Auch sonst ging es recht zivilisiert zu (die Toilettensituation verschweigen wir) - von den angekündigten, ausufernden Wodkaorgien war jedenfalls nichts zu sehen.
So ratterten wir Stunde um Stunde durch die kasachisch Steppe, wo außer ein paar Rinder, Pferde und ein paar Kamelen (ja, wirklich!) nicht wirklich was zu sehen ist. Man döst vor sich hin, hofft dass die Klimaanlage wieder ihren Teilzeitbetrieb aufnimmt und zählt seine Flohstiche.



Endlich, Turkistan. Wir winken unseren Mitreisenden (übrigens von anderen Touristen keine Spur), klettern aus dem Zug, prallen gegen eine Hitzewand (38C) und stehen in einer Mischung aus Asien, 1001 Nacht und Sowjet-Architektur. Händler preisen ihre Wahren an, Türme von Wassermolonen türmen sich aber dennoch ist niemand aufdringlich.



Ein Taxifahrer begrüsst uns mit 'Fritz' und bringt uns in ein klappriges sowjet-style Hotel (das uns nach der Zugfahrt allerdings wie ein 4 Sterne Hotel vorkam). Nach einer Dusche haben wir unsere erste so richtige Seidenstrassen-Station erkundet. Wir waren schwer beeindruckt vom Yasaui Mausoleum, das im 14ten Jahrhundert mitten im Nichts erbaut wurde. Frauen muessen uebrigends ein Kopftuch tragen, wenn sie das Mausoleum besichtigen moechten.







Vom beschaulichen und noch ursprünglichen Turkistan ging es in einer abenteuerlichen Fahrt im Minibus weiter nach Shymkent. Das Strassenbild ist von niemals endenden Baustellen geprägt und von ca. 50% der Gesamtproduktion aller jemals gebauten Audi 80,100 und Mercedes 200. Die ein oder andere Abwrackprämie hat sich wohl auch hierher verirrt.

Shymkent, die drittgrößte Stadt Kasachstans ist recht modern, angenehm, wenn auch etwas unspektakulär. Auch hier wird das Strassenbild von vielen Baustellen bestimmt fuer weitere "Prunkplaetze", auf denen der President von Kasachstan sich selbst ein Denkmal erbaut.

Auch hier treffen wir auf sehr nette Menschen, die mit viel Humor mit unserem Sprachkauderwelsch klarkommen, bspw. gibt es nur noch russische, kasachische oder gar keine Speisekarten. Aber Not macht erfinderisch. Einmal ging Holger mit in die Küche, um auf die gewünschten Schaschlik-Spiesse einfach zu zeigen.

Insgesamt haben wir Kasachstan deutlich freundlicher als befürchtet erlebt, jedoch mit eingeschraenkter Internetanbindung (Es lebe die alles kontrollierende Firewall). Aber wir kehren ja nochmal nach Kasachstan zurück und schaun uns das ganze nochmal genauer an.

Nun sind wir erstmal gespannt, wie Usbekistan wird. Nächste Station: Tashkent.

Mittwoch, 27. Juli 2011

25./ 26.07.2011: Wer oder was ist "Samara"?


Moskau, punkt 23.59 Uhr rollt unser Zug aus dem Kazan Bahnhof Richtung Taschkent, Usbekistan. Unsere Fahrt wird allerdings "schon" nach 16 Stunden in Samara, Suedrussland, enden.

Warum Samara? Naja, wir kannten den Ort auch nicht. Eigentlich lag es auf der Strecke und uns erschien als waere eine Pause vor Kasachsatan nochmals sinnvoll und vielleicht ist es ja auch ganz interessant, eine kleinere russische Stadt mal zu sehen. (Nunja, Samara hat 1 Mio. Einwohner)





Wir sind begeistert, wie gut alles organisiert ist, wie freundlich die Mitreisenden und vor allem das Zugpersonal ist. Das Abteil ist aussreichend gross fuer 2 Personen und hat Klimaanlage, die auch zumeist funktioniert (Hallo, Deutsche Bahn!).


Ok, was man vielleicht dazu sagen sollte: Wir reisten erster Klasse. Das macht natuerlich einiges angenehmer. Da dieses Upgrade lediglich 6 Euro Aufpreis gekostet hat, war es sicher eine gute Investition.

Auch verhungern konnte man nicht. Staendig stand jemand in der Tuer und hat uns Essen und Getraenke angeboten. Wir haben zwar selten so 100% verstanden, was wir da kaufen, aber es schmeckte erstaunlich gut.


Angekommen in Samara sind wir erstmal von dem top-modernen Bahnhof beeindruckt, der uns mehr an den Flughafen Koeln-Bonn, als an einen Provinzbahnhof in Suedrussland erinnert. Diesmal haben wir auch Glueck mit unserem Hostel. Uns holt ein cooler Dude am Bahnhof ab, der eigentlich fuer Red Bull in Samara arbeitet und das Hostel nebenher macht. Aha.

Aber wir machen sehr nette Bekanntschaften im Hostel und bekommen gute Tips, z.B nimmt uns der coole Dude mit zur lokalen Brauerei, wo man sich in selbst mitgebrachte Plastikflaschen das frische Bier abfuellen lassen kann fuer ca. 1 Euro den Liter. Das ist selbst fuer Russland saubillig.

Wie das funktioniert?

1. Mit leerer Flasche anstellen:


2. Bier einfuellen lassen:


3. Freuen:


Allgemein scheint sich Bier vom Fass in Flaschen abfuellen lassen hier nicht unueblich zu sein. Als wir allerdings im Supermarkt eine "Abfuellstation" von unserer Muenchner Marke "Spaten" entdeckthaben, haben wir schon gestaunt. (Vor allem Holger beim Oktoberfestbier. Sehnsucht!)


Aber genug vom Bier.
Sonst ist Samara ein nettes Staedchen, das wieder aus einer Kombination von Sowjet-Leichen, vernachlaessigter Altbauten und doch jeder Menge Reicher zusammensetzt (ansonsten koennten wir uns die Porsche Cayennes, die Max Mara, Escada und Bang&Olufsen Stores nicht erklaeren). Die Menschen essen gerne Pizza und Sushi und ein Handy, bzw. Iphone scheint auch jeder zu haben. Das deshalb Telefonzellen nicht gepflegt werden, liegt wohl auf der Hand:


Samara hat auch eine durchaus interessante Geschichte: So beherbergte sie den Regierungsbunker Stalins unter der Akademie der bildenden Kuenste (9 Stockwerke tief und von aussen nicht zu erkennen) und war zu Zeiten des kalten Krieges eine zumindest fuer Auslaender gesperrte Stadt, da hier wichtiges Ruestungsgut produziert wurde.
Ansonsten ist die Stadt, wie wir lernten "Das Miami von Russland", da sich die Menschen gern am Wolga Strand tummeln. Bei den 38 Grad gestern haben wir das auch gemacht und uns im Wolga Wasser abgekuehlt (Wasserqualitaet? Nicht drueber nachdenken...)



Ach ja, noch eine kleine Geschichte zu Russland allgemein.
Man ist offensichtlich keine Frau in Russland, wenn man nicht auf 10 cm+ Absaetzen herumstoeckelt. Das nicht ausschliesslich zur Arbeit oder zu festlichen Anlaessen, nein, gern auch bei Besichtigungen, die laengere Fussmaersche erfordern oder auch bei Spatziergaengen auf schlechtem Untergrund, z.B. Schlagloecher, Pfuetzen, etc.
Das Foto ist nur exemplarisch und ich bin begeistert, dass ich es ganz unauffaellig Flip-Flop-tragend hinter der Lady schiessen konnte.



Als naechstes steht nun die Grenzueberschreitung nach Kasachstan an, verbunden mit einer 40 stuendigen Zugfahrt. Diesmal 2ter Klasse, was anderes gab es nicht... Diesmal zu viert in einem Abteil und hoffentlich auch mit ein bisschen Klimanalage - in Kasachstan hat es bis zu 40 Grad.








Sonntag, 24. Juli 2011

23.-24.07.2011: Premium-Molloch Moskau

Dank Siemens ging es mit bis zu 220km/h von St.Petersburg nach Moskau. Der Hochgeschwindigkeitszug "Sapsan" schafft die 650 km in 4,5 Stunden. Beeindruckt waren wir nicht mehr vom wifi an Bord, jedoch von der Pünktlichkeit des Zugs und der Easy-Ticketfreien Reise dank E-Registration: Im Internet gebucht, ab dann reicht der Reisepass.




In Moskau angekommen waren wir erstmal überrumpelt von der riesigen, unübersichtlichen Stadt, ohne für uns erkennbare Strukturen. Unsere Russisch-Kenntnisse sind zwar überschaubar, aber Grundkenntnisse der kyrillischen Schrift zahlen sich alleine bei der Orientierung in der Moskauer Metro aus. Damit findet man schon viel, wenn auch nicht alles. Wie beispielsweise unser über den vermeindlich etablierten Dienst "booking.com" gebuchtes Hostel. Schon klar, bei Hostels darf man nicht so viel erwarten, aber um im überteuerten Moskauer Zentrum bezahlbar zu wohnen, ein passabler Kompromiss, sofern man es findet... Erst nach telefonischem Hilferuf fanden wir heraus, dass sich hinter einer nicht sehr vertrauenswürdigen Stahltür mit Zahlencode ein Hostel verbirgt.


Der "Herbergsvater" Timur war wahnsinnig nett und hilfsbereit. Allerdings mussten wir uns daran gewöhnen, dass er und einige andere Gäste (davon gehen wir zumindest mal aus) lediglich in Unterhose bekleidet (iss ja sooo heiss in Moskau...) herumliefen, bzw. auf Couchen in Küche und Flur vor sich hin schlummerten. Aber was solls, zumindest wars zentral mit Blick aus unserem Zimmer auf das weisse Haus.

Die Haupttouristen-Attraktion ist zweifelsfrei der Kreml und der dahinterliegende Rote Platz mit dem Lenin-Mausoleum, dem Nobelkaufhaus Gum (Hauptsache westliche Marken und teuer) und der Basilius-Kathedrale. Aber auch für frisch Vermählte scheint es ein Muss zu sein, sich im (möglichst kitischigen) Hochzeitzdress auf dem Roten Platz ablichten zu lassen, nur so können wir uns die Dichte an Brautkleidern und Hummer-Stretchlimos erklären.


Kurzum: Für uns ist St. Petersburg eindeutig die schönere, vielleicht weil europäischere Stadt. Moskau erscheint wie ein überteuerter (0,5l Bier zum Abendessen für schlappe 7,50€) Molloch, der alles um sich herum verschlingt. In der kurzen Zeit war es für uns schwer einen Zugang zu der Stadt zu finden. Mega-Reichtum und bittere Armut, markengeiler Kapitalismus und ostalgische, vom System vergessene liegen hier eng beieinander, was auch die Autos auf der Strasse demonstrieren.







Nun geht es weiter gen Süden, next stop Samara, Südrussland. Die erste Nacht in einem Zug...







Freitag, 22. Juli 2011

19.-22.07.2011: St. Petersburg

Der erste Kontakt mit Russland...easy!!
Wir mussten zwar mit dem ganzen Gepäck aus dem Bus in das Einreise- und Zollgebäude, wurden hier aber relativ flott durchgewunken.
Nach weiteren 2h Busfahrt erreichen wir St. Petersburg -und der erste Eindruck:
Wow!!! - hier hat sich mal einer verewigt. Peter der Große hatte die Stadt ja bewusst nach den europäischen Vorbildern Paris und Venedig angelegt. Und das Ganze ist ihm durchaus gelungen und in einer Größe und Pracht, dass man geradezu erschlagen wird von der Anzahl von Prachtbauten, Kathedralen und Palästen.









Wir sind ganz froh,dass wir nach unseren Streifzügen durch die Stadt mit Bus, Schiff, Metro (unglaublich prachtvolle (schon wieder) Stationen) und auch zu Fuß eine Oase der Erholung in unserem modernen Hostel finden, dass von ganz reizenden, jungen, hilfsbereiten,russischen Mädels geschmissen wird. Eine hat uns sogar zum Bahnhof begleitet, um beim Kauf eines Tickets fuer Kasachstan zu helfen.

Auch sonst gibt's in St. Petersburg alles zu finden: Auch Weißbier vom Fass.
Besonderen Spaß bereitet es uns die Logos eingängiger westlicher Firmen in kyrillischer Schrift zu entziffern.

Ratet mal, was das hier bedeutet:


                                          (Derek - fuer dich ein Heimspiel)


Next Stop: Moskau... Und jetzt steigen wir das erste Mal tatsächlich in den Zug.


Montag, 18. Juli 2011

17./18.07.2011: Tallinn - Alles und noch viel Meer



Tallin, ehemals auch Reval genannt, bietet wirklich alles, und das im Überfluss. Nicht nur eine Vielzahl von liebevoll hergerichteter Altbauten im schnuckeligen, fast schon kitschigen Stadtzentrum mit noch mehr kleinen Cafes und Restaurants im Gewirr gewundener Gassen. Dazu eine wunderschöne Küste, die tallinner Bucht mit dem Duft der großen, weiten Welt durch den regelmäßigen Fährverkehr. Ergänzt wird das Stadtbild um eine ausgesprochene moderne Seite mit Wolkenkratzern aus Glas und Chrom sowie einem 'poshen' Yachthafen, mitten in der Stadt, der uns ein Gefühl für den Wirtschaftsboom der letzten Jahre gibt.




Diesen spüren wir auch bei der Telekommunikation: Free WiFi everywhere, egal ob Hotel, Cafe oder sogar im Reisebus. Kein Wunder, dass die Esten Skype erfunden haben und Wahlen bereits per "E-Voting" abgehalten haben.

Auch im Überfluss verwenden die Esten in ihrer Landessprache Vokale. Als Lieblingsvokalworte haben wir folgende nominiert: "kuuuurija" (Mondforscher), "töööö" (Arbeitsnacht) und "jäääär" (Rand des Eises). Dieses "Alltagsvokabular" hat uns der Lonely Planet verraten.


Dass es Estland gut geht, haben uns nicht nur die vielen, nagelneuen, deutschen Edelkarossen gezeigt, die hier in einer Dichte herumfahren, wie vielleicht noch in einem schweizer Skiort. Auch Estlands Zugehoerigkeit zur Eurozone seit 1.1.2011 koennte ein Indikator sein - dem muss aber nicht so sein, wie wir juengst gelernt haben.
Nein es sind auch die Kleinigkeiten, wie ein Supermarkt Besuch, der uns eher Discounter geprägte Shopper haben sich fühlen lassen, wie zwei Ossies im Edeka. Aber mal ehrlich, braucht man wirklich 28 Sorten Zahnpasta der Marke Blend-a-Med?



Schlusswort zu den baltischen Staaten:
Tolle Kuestenstreifen, viel Gruen, viel Wald, viele (teil)sanierte Staedte (mit), viel (viel) (EU-) Geld, teils noch viel Armut und gaaaanz viel Bier.

15./16.7.2011 Pärnu, das Miami Estlands


So steht's zumindest im Reiseführer. Das können wir zwar nicht teilen, aber es ist in der Tat ein sehr beschaulicher Küstenort, in dem am Samstag Abend die Gäste schonmal leicht angetrunken auf der Strasse tanzen. (Vielleicht wird deshalb in Estland nach 22h kein Alkohol mehr in Geschäften verkauft.)
Toller Strand, viel Wind - ein Paradies für Kite Surfer.



Vieleicht noch erwaehnenswert: Wie anscheinend ueblich in den baltischen Staaten, wird bei derr Wahl des Bierglases beim Geschecht gern unterschieden. Dem Herren der Krug mit Henkel, dem Weib der schlanke Kelch.